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DIDACHE

In einer modifizierten, interpretierten Version des Ordens vom Steinberg

Ursprüngliche Quelle: Didache (Apostelgebete) georgisch
aus dem Griechischen von W.Wilker übersetzt

 


 

(i)      Der Weg des Lebens (Verhalten der Ordensmitglieder)

 

1)      Über die Wege

 

a)       Zwei Wege gibt es, zwischen den sich der Mensch entscheiden muss: Der Gute des  Lebens und des Schlechten und Todes. Der Weg des Lebens, des Guten ist dieser: Es wäre gut, wen du Gott, die Schöpfung, den Allvater aller Götter liebst, der dich geschaffen hat und zweitens deinen Mitmenschen   wie dich selbst; alles aber, von dem du willst, dass es dir nicht geschehe, das tu auch du nicht einem anderen Geschöpf an.

 

b)      Lehre dieser Worte ist:  Segnet auch die, die euch verfluchen und betet und übernehmt Aufgaben auch für eure euch verfolgenden Feinde. So seid ihr gut und ihr werdet so in eurem Inneren keinen Feind haben. Wenn dich jemand beleidigt oder demütigt, so bleibe friedlich, besonnen und stark. Beschäme ihn durch Großzügigkeit und dein Verhalten  

 

2)      Über Schulden

 

a)       Wenn dir jemand, weil du ihm etwas schuldest, alles nimmt, so gib ihm außer deinen Mantel auch das Unterhemd . Wenn jemand dir also deinen Besitz nimmt, so fordere ihn nicht zurück; du bist ja dann sowieso nicht in der Lage dazu.  

 

b)      Jedem, der dich um etwas bittet, dem gib und fordere es nicht zurück; denn der Vater will, dass allen von seinen eigenen Gnadengaben  gegeben wird. Selig ist, wer nach diesem Gebot gibt; denn er ist untadelig.

 

c)      Wehe dem aber, der einfach so nimmt. Denn wenn jemand aus existenziellen Mangel etwas nimmt, wird er untadelig sein und nicht bestraft; wer aber keinen solchen Mangel hat, wird Rechenschaft ablegen müssen, weshalb er einfach etwas genommen hat und wofür. 

 

 

 

3)      Über Spenden

 

a)       Es soll deine Spende in deinen Händen schwitzen, bis du weißt, wem du sie gibst. Sei also bedacht, wem du es gibst und ob er bedürftig ist. Sei nicht einer, der zum Nehmen die Hände ausstreckt, zum Geben aber einzieht und gib ohne zu zögern und mecker nicht übers Geben.

 

b)      Wende dich von dem Bedürftigen nicht ab; sondern teile vielmehr alles mit deinem Bruder und sage ihm gegenüber nicht, etwas sei allein dein Eigentum. Denn wenn ihr Teilhaber seid in den unsterblichen Gütern, um wie viel mehr in den sterblichen Dingen? Wenn du etwas durch die Arbeit deiner Hände hast, dann teile deinen Erfolg mit Ärmeren.

 

4)      Über Süchte

 

a)       Enthalte dich körperlicher Süchte und Dränge.

 

5)      Über Besitz

 

a)       Sei darauf bedacht nicht zu stehlen und den Besitz eines anderen haben zu wollen,. Sei kein Habgieriger, auch kein Räuber.

 

b)      Sei kein Lügner, weil das Lügen zum Diebstahl führt; auch nicht geldgierig oder prahlerisch. Aus diesem allem nämlich entstehen Diebstähle.

 

6)      Über Eide und Wahrheit, Richten

 

a)       Es ist falsch Meineide zu leisten und falsche Aussagen zu machen, heuchle nicht!

 

b)      Verursache keine Spaltungen, sondern befriede vielmehr Streitende.

 

c)      Versuche gerecht zu richten, denn die Person oder deren Verdienste sind nicht anzusehen, um bei Verfehlungen die Täter zu überführen.

 

d)      In der Gemeindeversammlung steh zu deinen Übertretungen und bereue sie und du sollst nicht zu deinem Gebet mit schlechtem Gewissen hintreten.

 

7)      Über Reden

 

a)       Falsch und doppelzüngig sein ist nicht gut; denn eine Schlinge des Todes ist die Doppelzüngigkeit, denn sie führt in dein Verderben. Deine Worte sollen wahr sein, nicht leere Inhalte, sondern konstruktiv.

 

b)      Es ist falsch Übles zu reden. Sei keiner, der meckert, weil das zur Lästerung führt; sei auch nicht selbstgefällig oder böswillig. Aus diesem allem nämlich entstehen Lästerungen.

 

 

 

8)      Über die innere Einstellung

 

a)       Sei nicht boshaft und auch nicht hochmütig.

 

b)      Es wäre gut keinen Menschen zu hassen und Böses nachzutragen; vielmehr sollst du die einen zurechtweisen, für die anderen sollst du beten, wieder andere sollst du mehr als dein Leben lieben. Wenn du ihn hasst, gibst du ihm Gewalt über dich.

 

c)      Sei hingegen sanftmütig, weil die Sanftmütigen die Erde erben werden. Sei langmütig und barmherzig, tadellos, still und gütig und in jeder Hinsicht die Worte achtend, die du gehört hast.

 

d)      Du sollst nicht dich selbst erhöhen und du sollst in deiner Seele nicht heucheln oder Übles denken. Deine ,Seele' soll sich nicht mit den Hochmütigen verbinden, sondern mit tapferen und demütigen Gläubigen Umgang haben. 

 

9)      Über Verhalten

 

a)       Sei nicht jähzornig; der Jähzorn nämlich führt zum Mord. Sei auch kein Fanatiker, nicht streitsüchtig, nicht aggressiv; denn aus diesem allen entstehen Morde.

 

b)      Du sollst gegen deinen Mitmenschen keinen bösen Entschluss fassen und nicht töten.

 

10)     Über Ethik und Sexualität

 

a)       Sei darauf bedacht, nicht fremdzugehen, nicht Kinder zu schänden und nicht herz- und gedankenlos durch Abtreibung zu morden. Sei nicht lüstern, denn die Lüsternheit führt zur Sucht nach wechselnden Geschlechtspartnern.

 

b)      Sei auch keiner der beständig derbe Zoten reißt und keiner, der lüstern nach anderen Ausschau hält; aus diesem allem nämlich entstehen Ehebrüche.

 

11)     Über Magie, okkulte Praktiken und das Böse

 

a)       Es ist nicht gut schwarze, egoistische Magiepraktiken zu betreiben und  Gift zu mischen.

 

b)      Flieh vor jeglichem Bösen und vor allem, was ihm ähnlich ist.

 

c)      Sei kein bezahlter Seher, weil das zum Dienst an kleinen Götzen führt und sei auch kein Beschwörer, kein Sterndeuter, auch kein Sühnezauberer; hab auch nicht die Absicht/das Verlangen, das zu sein. Aus diesem allem nämlich entsteht Dienst an Dämonen.

 

 

 

12)     Über den Glauben, Gott, die Heiligen

 

a)       Was dir an Fügungen begegnet, sollst du als Gutes hinnehmen, im Wissen, daß ohne Gott nichts geschieht. Ehre den, der dir das Wort Gottes und seiner Aspekte predigt, bei Nacht und Tag wie den Herrn Jesus selbst. Denn wo das Wesen des Herrn gepredigt wird, dort ist der Herr. 

 

b)      Es wäre gut, das du jeden Tag die Worte der Heiligen und damit deiner Vorgänger aufsuchen würdest, damit du dich auf ihre Worte abstützen kannst. Du sollst nicht zweifeln, ob es sein wird oder nicht, sei dir sicher darin und denke positiv.

 

c)      Verlasse keinesfalls die Gebote des Herrn; bewahre vielmehr das, was du empfangen hast und füge weder etwas hinzu noch nimm etwas weg.

 

13)     Über die Familie, Verwandtschaft, Älteren, Untergebenen

 

a)       Nimm deine Hand nicht von deinem Sohn oder von deiner Tochter und lasse sie ohne dich, sondern lehre sie von Jugend auf die Ehrfurcht vor dem Göttlichen.

 

b)      Erteile deinem Bediensteten, die doch auf denselben Gott hoffen, keine Befehle in Bitterkeit, damit sie nicht aus Hass die Ehrfurcht vor dem verlieren, der Gott über euch beide ist. Denn er kommt nicht zu euch nach dem Ansehen der Person, sondern zu denen, in denen der Geist stark ist. Ihr Bediensteten aber sollt euch euren Arbeitgebern mit gebührenden Respekt wie auch eurem Herrn unterordnen.

 

Alles Gute aber, das ist der Weg des Lebens.

 

(ii)     Der Weg des Todes (unerwünschtes Verhalten)

 

a)       Der Weg aber des Todes ist dieser, vor allem ist er böse und voll des Fluchs:

 

Morde, Ehebrüche, Süchte, sexuelle Ausschweifungen, Diebstähle, Dämonendienste, Schwarzmagie, Giftmischereien, Räubereien, Falschaussagen, Heucheleien, zweideutiges Verhalten, Hinterlist, Überheblichkeit, Bosheit, Übermut, Habgier, schmutzige Reden, Eifersucht, Frechheit, Hochmut, Prahlerei, Mangel an Ehrfurcht.

 

2)      Über böse Menschen

 

a)       Die solches tun, sind Verfolger des Guten, sie hassen die Wahrheit, sie lieben die Lüge, sie kennen den Lohn der Gerechtigkeit nicht, sie sind nicht dem Guten verbunden und nicht dem gerechten Gericht. Jene achten nicht auf das Gute, sondern schielen nach dem Bösen; fern sind ihnen Demut, Sanftmut und Geduld, sie lieben Nichtiges, sie jagen nach Belohnung, sie erbarmen sich des Armen nicht, sie bemühen sich nicht um den Mühseligen, sie erkennen den nicht, der sie geschaffen hat, sie sind Mörder der Kinder, Verderber der Geschöpfe des Schöpfers, sie wenden sich ab von dem Bedürftigen, sie plagen den Bedrückten, sie sind Fürsprecher der Reichen, ungerechte Richter der Armen, durch und durch sündig.

 

 

 

3)      Über Versuchungen

 

a)       Sieh zu, dass niemand dich von diesem Weg der Lehre abbringt, weil er dich dann fernab von Gott lehrt, bleib standhaft. Denn wenn du alle schweren Aufgaben des Herrn zu tragen vermagst, wirst du vollkommen sein; wenn du es aber nicht vermagst, so trage so viel davon, wie du kannst.

 

4)      Über Opferfleisch

 

a)       Betreffs der Speise aber halte ein, was du kannst. Vor Opferfleisch an Dämonen aber hüte dich sehr; denn es ist kultische Verehrung toter Götter.

 

(iii)     Über die Liturgie und Agende

 

1)      Taufe

 

a)       Tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit oder in fließendem Wasser durch Untertauchen. Wenn du aber kein lebendiges Wasser hast, taufe in anderem stehendem Wasser. Wenn du aber nicht in kaltem Wasser taufen kannst, dann in warmem durch Untertauchen. Wenn du aber beides nicht hast, dann gieße auf den Kopf dreimal Wasser auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 

 

2)      Fasten

 

a)       Vor der Taufe aber sollen der Täufer und der Täufling fasten und wenn möglich einige andere. Du sollst aber dem Täufling empfehlen, einen oder zwei Tage lang vorher zu fasten.   Eure Fasten aber sollen nicht gemeinsam sein mit den Heuchlern; sie fasten nämlich am Dienstag und Samstag der Woche, ihr aber fastet am Donnerstag und am Freitag.

 

3)      Beten / Vaterunser

 

a)       Auch betet nicht wie die Heuchler, sondern wie der Herr geboten hat in seinem Evangelium, so betet:

 

 

 

Vater unser in dem Himmel, geheiligt werde dein Name,

 

es soll kommen deine Herrschaft, es soll geschehen dein Wille

 

wie im Himmel, so auf der Erde.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute, und erlasse uns unsere Schulden,

 

wie auch wir sie erlassen unseren Schuldnern

 

und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen;

 

denn dein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

 

 

Dreimal am Tag betet so! Eure Gebete und die Almosen und alle Taten verrichtet so, wie ihr es im Evangelium unseres Herrn gelesen habt.

 

 

 

4)      Die Mahlfeier

 

a)       Betreffs des Mahlopfers und der Eucharistie aber sagt folgendermaßen Dank:

 

 

 

Zuerst den Kelch betreffend sprecht: Wir danken dir, unser Vater,  für die Gabe des heiligen Weinstocks deiner Diener, den du uns offenbart hast durch Jesus, deinen Sohn. Dir sei die Herrlichkeit in Ewigkeit!

 

 

 

Betreffs des gebrochenen Brotes aber sagt: Wir danken dir, unser Vater, für das Leben und die Erkenntnis, die du uns kundgegeben hast durch Jesus, deinen Sohn. Dir sei die Herrlichkeit in Ewigkeit. Wie dieses gebrochene Brot war dein Volk einst zerstreut auf den Bergen und durch dich zusammengebracht ist es eins geworden, so soll deine Kirche zusammengebracht werden von allen Enden der Erde in dein Reich. Denn dein ist die Herrlichkeit und die Kraft durch Jesus Christus in Ewigkeit.

 

b)      Niemand aber soll essen und auch nicht trinken von eurem Abendmahl als die, die getauft worden sind auf den Namen des Herrn. Denn auch darüber hat der Herr gesprochen: Gebt nicht das Heilige den Ungläubigen und Unwürdigenden. 

 

c)      Nach der Sättigung aber sagt folgendermaßen Dank:

 

Wir danken dir, heiliger Vater,  für deinen heiligen Namen,

 

den du hast Wohnung nehmen lassen in unseren Herzen,

 

und für die Erkenntnis und den Glauben und die Unsterblichkeit,

 

die du uns kundgemacht hast durch Jesus, deinen Sohn.

 

Dir sei die Herrlichkeit in Ewigkeit. Du Herr, Allmächtiger, hast alles geschaffen um deines Namen willen;  Speise und Trank hast du den Menschen gegeben zum Genuß, damit sie dir Dank sagen; uns aber hast du geschenkt geistliche Speise und Trank und ewiges Leben durch Jesus deinen Sohn. Für alles sagen wir dir Dank, weil du mächtig bist. Dir sei die Herrlichkeit in Ewigkeit. Gedenke, Herr, deiner Kirche, bewahre sie vor allem Bösen, vollende sie in deiner Liebe und führe sie zusammen von den vier Winden - die geheiligte - in dein Reich, das du für sie bereitet hast. Denn dein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

Es komme Gnade, und es vergehe diese Welt. Hosianna dem Gotte der Ahnen. Wenn jemand heilig ist, komme er. Wenn er es nicht ist, so tue er Buße. Unser Herr komme, so sei es.

 

d)      Den Propheten aber gestattet, Dank zu sagen, soviel sie wollen.

 

5)      Salböl

 

a)       Für das Salböl aber sagt folgendermaßen Dank: Wir danken dir, Vater,  für den Wohlgeruch des Salböls,  welches du uns kundgemacht hast durch Jesus, unseren Druiden, deinen Sohn. Dir sei die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

6)      Aufnahme in den Orden

 

a)       Wer nun kommt und euch all das bisher Gesagte lehrt, den nehmt auf. Wenn aber der Lehrende selbst sich abwendet und eine andere Lehre lehrt, um die rechte Lehre aufzulösen, so hört nicht auf ihn; lehrt er hingegen, um zu Gerechtigkeit und Erkenntnis des Herrn zu vermehren, so nehmt ihn auf wie den Herrn selbst.

 

7)      Gäste des Ordens

 

a)       Hinsichtlich der Priester und Prediger verfahrt nach der Weisung des Evangeliums so: Jeder Priester, der zu euch kommt, soll aufgenommen werden wie der Herr selbst. Er soll aber nur einen Tag lang bleiben; wenn aber eine Notwendigkeit besteht, auch den zweiten. Wenn er aber drei bleibt, ist er kein wahrer Priester. Wenn aber der Priester weggeht, soll er nichts mitnehmen außer dem Brot, bis er übernachtet; wenn er aber um Geld bittet, ist er keiner.

 

8)      Dauer des Besuchs

 

a)       Jeder aber, der kommt im Namen des Herrn, soll aufgenommen werden; dann aber werdet ihr ihn durch kritische Beurteilung erkennen; denn ihr habt Einsicht nach richtigen und falschen Dingen. Wenn der Ankömmling ein Durchreisender ist, so helft ihm, so viel ihr könnt; er soll aber bei euch nur zwei oder drei Tage bleiben, wenn es nötig ist.

 

9)      Verhalten der Gäste

 

a)       Und stellt nicht jeden Prophet, der im Geist redet, auf die Probe und fällt kein Urteil über ihn; denn jede Sünde wird jenem vergeben werden, die Sünde der Probe wird aber nicht vergeben werden. Nicht jeder, der im Geist redet, ist ein Prophet; sondern wenn er die dem Herrn entsprechenden Verhaltensweisen zeigt. An den Verhaltensweisen also werden der Pseudoprophet und der wahre Prophet erkannt werden. Und kein Prophet, der im Geist einen Tisch bestellt, ißt selbst daran und verwendet es nur für sich; andernfalls ist er ein Pseudoprophet. Jeder Priester aber, der die Wahrheit lehrt und lebt, ist auch einer. Wenn er dies nicht tut, was er lehrt, ist er keiner.Jeder bewährte, wahrhaftige Priester aber der dem irdischen Mysterium Geheimnis der Kirche dient, aber nicht lehrt das zu tun, was er selbst tut, soll nicht bei euch gerichtet werden; denn bei Gott hat er sein Gericht. Ebenso nämlich haben es auch die alten Propheten und Apostel gemacht. Wer aber im Geist sagt: "Gib mir Geld" oder irgendetwas anderes, auf den sollt ihr nicht hören; Wenn er aber sagt, man soll es für andere Bedürftige geben, so soll ihn niemand richten.

 

10)     Handwerker und Nutzen

 

a)       Wenn er sich aber bei euch niederlassen will und er ist ein Handwerker, soll er dafür helfen und arbeiten und sich so ernähren. Wenn er aber kein Handwerk versteht, dann trefft nach eurer Einschätzung Vorsorge, damit er als Christ ganz gewiss nicht faul und ohne Gegenleistung bei euch lebe. Wenn er aber nicht so handeln will, dann ist er einer, der mit Christus Unfug und Selbstnutz betreibt; vor solchen hütet euch! Jeder wahrhaftige Priester aber, der sich bei euch niederlassen will, ist seiner Nahrung wert. Ebenso ist es ein wahrer Lehrer: Auch der ist, wie der Arbeiter, seiner Nahrung wert.

 

11)     Bezahlung der Priester

 

a)       Jeden ersten Ertrag von Wein, Heu, von Rindern und Schafen oder sonstigen Erträgen sollst du nehmen und den Priestern weitergeben; sie sind nämlich eure Hohepriester. Dies macht als Gabe zum Opfer des Herrn. Wenn ihr aber keinen Priester habt, dann gebt es den Armen und Bedürftigen. Wenn du Teig bereitest, nimm den ersten Teil und gib ihn ab gemäß diesem Gebot.Ebenso, wenn du ein Gefäß mit Wein oder Öl öffnest, nimm den ersten Teil und gib ihn den Priester als Opfergabe. Von Geld, Kleidung und jeglichem Besitz nimm den ersten Teil, wie es dir richtig und ausreichend erscheint, und gib es auch gemäß dem Gebot.

 

12)     Über das Opfer, Versöhnung und Buße

 

a)       An jedem Gottesdienst, wenn ihr zusammenkommt, so brecht das Brot und sagt Dank, nachdem ihr zuvor eure Verfehlungen bekannt hat, damit euer Opfer rein auch in der Seele sei.  Keiner aber, der Streit mit seinem Mitmenschen hat, soll mit euch zusammenkommen bis sie sich versöhnt haben, damit euer Opfer nicht dadurch entweiht werde.  Denn dies ist das vom Herrn gesprochene Wort: "An jeder Stelle und zu jeder Zeit sollt ihr mir ein reines Opfer darzubringen; denn ich bin ein großer König, so spricht der Herr und mein Name ist wunderbar unter den Völkern".  [Mal. 1, 11 + 14] Weist euch aber gegenseitig zurecht, nicht im Zorn, sondern in Frieden, wie ihr es in den Evangelien stehen habt. Mit jedem, der sich gegen den anderen vergeht, soll niemand reden und er soll auch nichts von euch hören, bis er Buße getan hat und sein Vergehen wieder gutmacht.

 

13)     Über die Auswahl der Diakone, Priester und Bischöfe

 

a)       Wählt euch nun Bischöfe, Diakone und Priester, würdig als Diener des Herrn, gute Männer und Frauen, mild und ohne Geldgier, glaubwürdig und erprobt; denn sie leisten für euch ja auch den Dienst der Propheten und Lehrer. Verachtet sie also nicht, denn sie sind die von Gott ehrenvoll Ausgezeichneten unter euch, gemeinsam mit den Propheten und Lehrern.

 

14)     Übers Bereithalten, Achtgeben

 

a)       Wachet über eurem Leben. Eure Leben sollen nicht verlöschen und eure Kräfte sollen nicht erschlaffen, sondern seid stets für die Wiederkehr bereit. Ihr wisst nämlich nicht die Stunde, in welcher unser Herr kommt.

 

15)     Über Zusammenkünfte

 

a)       Häufig aber sollt ihr zusammenkommen, und sucht dabei das, was für euer Leben nötig ist. Es wird euch nämlich die ganze Zeit eures Glaubens nichts nützen, wenn ihr nicht in der letzten Zeit vollkommen und sicher seid.

 

16)     Übers letzte Gericht

 

a)       In den letzten Tagen nämlich werden die Scharlatane und die Verderber zahlreich sein, die Friedfertigen werden zu Wütenden und die Liebe wird sich in Hass verkehren.Wenn dann die Gesetzlosigkeit zunimmt, wird man einander hassen, verfolgen und verraten und dann wird einer erscheinen der Weltverführer als angeblicher "Sohn Gottes" Zeichen und Wunder zeigt und die Erde wird in seine Hände ausgeliefert sein. Er wird Freveltaten begehen, die seit Urzeiten niemals geschehen sind.Dann wird in das Feuer der Bewährung die Schöpfung der Menschen kommen und viele werden zu Fall kommen und zugrunde gehen; die aber in ihrem Glauben standhalten, werden von Christus selbst, der einst verflucht wurde, gerettet werden.Dann werden die Zeichen der Wahrheit offenbar: Zuerst kommt das Zeichen der Öffnung im Himmel, danach das Dröhnen des Gerichtes und drittens die Auferstehung der Toten. Nicht aller aber, sondern wie euch gesagt worden ist: "Es wird der Herr und alle Heiligen mit ihm kommen". [Sach.14, 5] Dann wird die Welt den Herrn sehen, kommend auf den Wolken des Himmels und es wird alles gut.